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Sie sind hier: Fokus » Blasenentzündung, Zystitis 29. Mai 2017
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Blasenentzündung, Zystitis - wie behandeln?

Blasenentzündungen - sanfte Behandlung und Vorbeugung mit natürlichen Substanzen

Die akute, unkomplizierte Blasenentzündung ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Frauen sind deutlich häufiger davon betroffen als Männer. Aufgrund der kürzeren Harnröhre gelangen die Krankheitserreger bei Frauen schneller in die Blase. Ausserdem liegt der Ausgang der Harnröhre bei Frauen deutlich näher am Darmausgang als bei Männern, was das Infektionsrisiko ebenfalls erhöht. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn die Blasenentzündung als ''Frauenkrankheit'' bezeichnet wird.

 

Durch die Harnröhre aufsteigende bakterielle Infektionen sind der häufigste Grund für eine Blasenentzündung. In 75 bis 95% der Fälle sind Darmbakterien des Stammes Escherichia coli die Verursacher.

 

Häufigkeit der Blasenentzündung

Die Hälfte aller Frauen ist mindestens einmal im Leben von einer Blasenentzündung betroffen und mehr als ein Drittel davon leidet unter wiederholten Blaseninfektionen.

 

Bei den Frauen spielen verschiedene Faktoren wie das Alter, sexuelle Aktivität und der Hormonstatus eine Rolle bei der Entstehung einer Blaseninfektion, während bei den Männern vor allem eine Prostatavergrösserung im Alter eine Blasenentzündung begünstigt.

 

Risikofaktoren für Blasenentzündungen

Jüngere, sexuell aktive Frauen sind besonders häufig betroffen. Aber auch Schwangere und Frauen in der Menopause sind stärker von einer Blasenentzündung betroffen, weil sich hormonelle Veränderungen im Körper einstellen. Bei Männern steigt das Risiko im Alter. Bei einer Prostatavergrösserung kann Druck auf die Blase entstehen, was wiederum zu einer schlechteren Entleerung des Harns führen kann.

 

Folgende Situationen begünstigen Harnwegsinfekte:

  • Häufiger Geschlechtsverkehr (man nennt dies auch Honey-Moon-Zystitis)
  • Schwangerschaft: Veränderungen im Hormonhaushalt erweitern die Harnwege
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Chronische Erkrankungen: insbesondere Nierenkrankheiten, Blasenerkrankungen, Blasenfunktionsstörungen, bei Frauen Krankheiten der Eierstöcke und der Gebärmutter
  • Vergrösserte Prostata und Verengungen der Harnwege beim Mann
  • Harnstau, zum Beispiel bei Harnsteinen, Tumoren etc.
  • Rückfluss von Urin aus der Blase in den Harnleiter
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Immunsuppressionstherapie
  • Östrogenmangel, sowohl vor als auch nach den Wechseljahren
  • Häufige Hygiene mit aggressiven Hygienemitteln, Intimsprays
  • Urinkatheter
  • Krebsbehandlungen
  • Nicht abgeheilte Blasenentzündungen

 

Faktoren wie Kälte und Nässe, zu wenig Trinken, falsche Abwischmethode nach Stuhlgang (von hinten nach vorne), vaginale Duschen, zu enge Unterwäsche oder Besuche in öffentlichen Bädern aber auch das Tragen von Tampons können die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen, weil sie entweder das Milieu der Schleimhäute negativ verändern oder das Immunsystem schwächen.
Eindeutige wissenschaftliche Belege fehlen jedoch für die hier zitierten Faktoren und es gibt sehr individuelle Erfahrungen bei den Betroffenen.

 

Symptome der Blasenentzündung

Charakteristische Symptome für eine unkomplizierte, akute Blasenentzündung sind Schmerzen, Brennen bei der Harnentleerung sowie häufiger Harndrang mit nur kleinen Urinmengen, manchmal begleitet von Unterbauchschmerzen. Der Urin ist oft trüb und riecht stark und unangenehm.

 

Zu Fieber kommt es eher selten bei der einfachen, unkomplizierten Blasentzündung. Der Nachweis eines bakteriellen Infektes kann nur durch eine Urinkontrolle beim Arzt erfolgen. Ist der Urin dunkel gefärbt, muss damit gerechnet werden, dass Blut im Urin zu finden ist.

 

Spätestens jetzt sollte eine Arztpraxis aufgesucht oder zumindest eine Urinuntersuchung in der Apotheke veranlasst werden. Erhöhte Werte von Leukozyten (weisse Blutkörperchen) und Nitrit im Urin sprechen mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Blasenentzündung.

 

Anzeichen, dass sich die Infektion ausdehnt und zu einer komplizierten Blasenentzündung entwickelt und zum Beispiel eine Nierenbeckenentzündung ausgelöst hat, sind:

  • Ansteigendes und hohes Fieber mit Schüttelfrost, Übelkeit
  • Schmerzen die in die Flanken und Nierengegenden ausstrahlen
  • Schweres Krankheitsgefühl

Bei diesen zusätzlichen Beschwerden sollte sofort eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

 

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Halten Beschwerden länger als fünf Tage an oder ist der Urin dunkel verfärbt, sollte auch ohne Fieber eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden. In folgenden Situationen muss zwingend sofort eine Arztpraxis aufgesucht werden: Hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl, bei Schwangerschaft, vorliegendem Diabetes mellitus oder einer Immunsuppression durch Medikamente. Wenn Männer oder Kinder betroffen sind und wenn andere Blasenfunktionsstörungen auftreten oder ein Urinkatheter eingelegt ist.

 

Verdacht Blasenentzündung: Abklärungen in der Arztpraxis

Blasenentzündung: ein
Urintest bringt Klarheit
 

Nach einer gründlichen Befragung zur Krankengeschichte, nach körperlicher Untersuchung und aufgrund der Symptome wird eine Urinuntersuchung vorgenommen.

 

Mittels eines Teststreifens kann eine Infektion erkannt werden. In einigen Fällen wird eine
Bakterienkultur angelegt (Urinkultur), um den Krankheitserreger zu verifizieren. Meistens gehört auch eine Blutuntersuchung dazu.

 

Weitere Untersuchungen, die bei einer komplizierten Blasenentzündung notwendig werden können:

 

  • Restharnbestimmungen sowie Harnflussmessung
  • Ultraschalluntersuchungen der Harnwege und der Nieren
  • Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, sogenanntes Miktionszystogramm
  • Blasenspiegelung (Zystoskopie)

Mögliche Komplikationen der Blasenentzündung

Bei richtiger Behandlung heilt die akute, unkomplizierte Blasenentzündung in der Regel innerhalb kurzer Zeit gut ab. Wegen der Gefahr der Resistenzentwicklung und der Beeinträchtigung der natürlichen Scheiden- und Darmflora wird dabei immer häufiger auf den Einsatz von Antibiotika verzichtet, da heute andere wirksame Mittel wie zum Beispiel D-Mannose zur Verfügung stehen. (siehe Behandlung>>)
Wird dennoch eine Antibiotikatherapie begonnen, ist es wichtig, diese nicht vorzeitig zu beenden, weil dadurch die Gefahr der Resistenzentwicklung noch erhöht wird.

 

Entwickelt sich ein komplizierter Harnwegsinfekt kann es zu einem aufsteigenden Infekt und zum Beispiel zu einer Nierenbeckenentzündung kommen.

 

Nicht ausgeheilte Blasenentzündungen können zu einer Schrumpfblase führen. Die Blase verkleinert sich, es entwickelt sich eine starre, nicht dehnbare Blasenwand. Dadurch verkleinert sich das Fassungsvermögen der Harnblase. Die Folgen: Häufiger Harndrang, sehr geringe Urinentleerung.



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