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Sie sind hier: Fokus » Multiple Sklerose » Diagnose 30. Mai 2017
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Multiple Sklerose: Welche Diagnoseverfahren gibt es?

Zwei Frauen Gespräch
 

 

Wie wird Multiple Sklerose diagnostiziert?

Es ist nicht einfach, die Diagnose MS zu stellen, da es keinen einzigen diagnostischen Test für MS gibt.
 
Als erstes wird der Arzt eine gründliche Anamnese (medizinische Vergangenheit des Patienten) sowie die aktuellen Beschwerden sowie Symptome, die bei der Untersuchung offenbar werden, aufnehmen.

Da MS verschiedene Symptome aufweist, können nur spezialisierte Neurologen MS diagnostizieren. Als erstes müssen eine Reihe anderer Krankheiten wie zum Beispiel Entzündungen der Blutgefässe, wiederholte Schlaganfälle, Vitaminmangel und Gehirnentzündung ausgeschlossen werden. Dazu gehören verschiedene Abklärungen und Tests wie:

  • MRI/MRT, Kernspintomatographie
  • Untersuchungen des Blutes und des Liquorwassers (Flüssigkeit im zentralen Nervensystem) mittels Lumbalpunktion
  • Messungen der Nervengeschwindigkeit des Zentralen Nervensystems.

Da die Diagnose aufwändig zu stellen ist, wird zunächst von einem frühen Stadium oder einer frühen Form von MS ausgegangen. Heute weiss man, dass die Aktivität von MS gerade in der frühen Form besonders hoch ist.

 

Um Schäden im zentralen Nervensystem zu vermeiden, wird heute bei der frühen Form von MS schnell mit einer Standardtherapie begonnen. Dazu gibt es mehrere wirksame Medikamente zur Langzeitbehandlung, welche vorwiegend bei der frühen Form von MS eingesetzt werden.

 

Diagnostische Verfahren und deren Ziele

 

Diagnostische Verfahren

Ziele
Neurologische Untersuchung Test auf Abweichungen der Leitung von Nervensignalen, sowohl motorisch als auch sensorisch. Beurteilt Veränderungen in Augenbewegungen, Koordination der Extremitäten, Gleichgewicht, Empfindung, Sprache und Reflexe.
Kernspintomographie (Visualisierung von MS Läsionen) Prüft die Anwesenheit von Narbengewebe (Läsionen) im Gehirn und Rückenmark und beurteilt Position und Zustand der Läsionen. Um eine MS- Diagnose zu bestätigen ist eine sachkundige Interpretation des Kernspintomographie-Scans erforderlich.
Analyse der Zerebrospinalflüssigkeit Kann bei der Identifikation MS-spezifischer Störungen des Immunsystems nützlich sein, wie zum Beispiel hohe Immunglobulin-Werte (IgG), die auf Myelinzerstörung hindeuten.
Evozierte Potentiale (Elektrische Tests der Nervenbahnen) Helfen festzustellen, ob die MS visuelle (das Sehen betreffend), Gehör- oder sensorische Nervenbahnen angegriffen hat mittels Messung der Zeit, die Nervenimpulse der Augen, Ohren oder Haut benötigen, um das Gehirn zu erreichen.

 
 

Wie kann Kernspintomographie bei der Diagnose von Multipler Sklerose helfen?

MS Gehirn mit Läsionen Klick Vergrösserung
Gehirn-MRT Gehirn
mit Läsionen
(weisse Punkte)

 
Kernspintomographie (oder Magnetresonanztomographie, MRT) wird bereits seit Beginn der achtziger Jahre bei der Suche von durch Demyelinisierung verursachten Läsionen des Zentralnervensystems angewendet. Die Methode ermöglicht eine Messung der Anzahl und des Umfangs der Läsionen.


Kernspintomographie wird aus zweierlei Gründen bei der Diagnose von MS angewandt: 1) Identifikation mehrfacher Läsionen, die auf Verbreitung im Zentralnervensystem hinweisen; 2) Ausschliessen anderer Krankheiten. Ausserdem dient es zur Untersuchung der Krankheitsentwicklung im Laufe der Zeit.


In Verbindung mit den klinischen Symptomen und den oben dargestellten Untersuchungen ist die Kernspintomographie das zur Zeit genaueste und zuverlässigste Verfahren zur Diagnose einer MS. Dieses bildgebende Verfahren verwendet, anders als die Computertomografie, keine Röntgenstrahlen, sondern Magnetfelder zur optischen Darstellung der Hirnstrukturen aus unterschiedlichen Perspektiven.

 

So können selbst minimale Veränderungen des Nervengewebes in Gehirn und Rückenmark, die durch Entzündungen verursacht wurden, sichtbar gemacht und vom Arzt als helle Flächen (Plaques oder Läsionen) erkannt werden. Sehr oft sind diese in der Kernspintomographie schon zu einem Zeitpunkt sichtbar, da noch keine oder kaum Symptome für den Patienten spürbar sind.


In der Regel dauert eine Kernspintomographie etwa eine Stunde. Sie verursacht keine Schmerzen und wirkt nicht direkt auf den Körper ein.

 
 

Analyse der Zerebrospinalflüssigkeit

Um die Verdachtsdiagnose MS zu bestätigen, veranlasst der Neurologe eine Untersuchung der Zerebrospinalflüssigkeit (Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit  oder Liquor). Dazu wird vorher bei einer sogenannten Lumbalpunktion im unteren Bereich der Wirbelsäule (in der sich kein Rückenmark mehr befindet) mit einer Nadel etwas Flüssigkeit, die das Hirn und das Rückenmark umgibt, entnommen und im Labor untersucht.

 

Diese Flüssigkeit weist bei MS-Patienten charakteristische Veränderungen auf, die auf Entzündungsvorgänge im Gehirn schliessen lassen. Die Lumbalpunktion ist heute problemlos und schmerzfrei durchführbar. Eventuelle Schwindelgefühle oder Kopfschmerzen verschwinden in der Regel innerhalb kurzer Zeit.

 
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05.01.2012 - dzu
 
 
 

 


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