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Sie sind hier: Fokus » Verdauung » Blähungen 22. Januar 2017
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Verdauungsstörung: Blähungen, Darmwinde - was tun?

Blähungen sind meist
sehr unangenehm
 
Blähungen sind die Folge einer übermässigen Luftansammlung oder Gasbildung im Darm. Die häufigste Ursache für einen geblähten Bauch sind Luftschlucken während hastigem Essen sowie der Konsum von Lebensmitteln, welche die Gasbildung im Darm begünstigen.

 

Eine relativ bekannte Art von Blähungen hat wohl jeder schon erlebt, die Flatulenz. Dabei gehen übermässig viele, meist übelriechende Gase über den Darm weg. Beim Meteorismus (auch Blähbauch) können im Gegensatz dazu übermässige Gase im Verdauungstrakt (meist im Dickdarm) ungenügend  nach aussen entweichen und verursachen einen geblähten Bauch. Dieser Blähbauch verursacht oft starke Bauchschmerzen und sollte medizinisch abgeklärt werden.

 

 

Blähungen: Ursachen, Beschwerden

In den meisten Fällen sind solche Blähungen harmlos und vorübergehend und weisen auf eine übermässig belastete Verdauung oder ungesunde Ernährungsgewohnheiten hin. Die ungesunden Ernährungsgewohnheiten beginnen bereits beim Essen: hastiges oder spätes Essen am Abend, schlechtes Kauen, schlechte Mengenverteilung der Mahlzeiten (nur einmal Essen täglich)  - all diese Gewohnheiten fördern Blähungen.

 

Zu den Nahrungsmitteln, die häufig Blähungen verursachen gehören:

  • Kohlgemüse, Zwiebeln, Früchte, Hülsenfrüchte
  • Weissmehlprodukte,  zuckerhaltige Nahrung sowie künstliche Süssstoffe
  • Nahrung mit einem hohen Anteil an Kohlehydraten, an tierischen Eiweissen oder proteinhaltigen Präparaten
  • Alkohol (Bier), kohlesäurehaltige Getränke

 
 

Krankheiten mit Blähungen als Begleitsymptom

Nebst ungesunden Ernährungsgewohnheiten gibt es eine Anzahl von spezifischen Erkrankungen, die mit starken und immer wiederkehrenden Blähungen einhergehen. Dazu gehören infektiöse oder entzündliche Darmerkrankungen, Magenerkrankungen oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

 

Viele Frauen kennen Blähungen vor der Menstruation oder während der Schwangerschaft. Säuglinge erleiden häufig die äusserst schmerzhaften so genannten 3-Monats-Koliken, deren Auslöser oft starke Blähungen sind.

 

Bei folgenden Krankheiten sind  starke Blähungen ein häufiges Begleitsymptom:

  • Chronische Darmerkrankungen wie Reizdarm, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Gluten, Lactose, Histamin, Fructose)
  • Magen- und/oder Darminfektionen und sämtliche Durchfallerkrankungen
  • Refluxkrankheit (Magenbrennen durch Zurückfliessen von Magensaft)
  • Gallensteine, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Darmverschluss (Notfall)

 
 

Was kann man bei Blähungen selber tun?

Flatulenz (Windabgang) ist zwar unangenehm, hat aber in der Regel keinen Krankheitswert.

 

In jedem Fall richtet sich die Behandlung nach den Ursachen der Blähungen. Oft reicht bereits das Weglassen von blähenden Nahrungsmitteln oder Getränken. Hastiges Essen oder gleichzeitiges Reden beim Schlucken sollte ebenfalls vermieden werden.

 

Körperliche Bewegung verhilft zu einer guten und regelmässigen Verdauung, mindert oder lindert Blähungen sowie das Völlegefühl. Ein Spaziergang nach dem Essen sowie Entspannungsübungen zum Stressabbau sind empfehlenswert.

 

Einige pflanzliche Hausmittel können ebenfalls gegen Blähungen wirken:

  • Gewürze wie Anis, Fenchel, Kümmel, Koriander können bereits zum Essen beigegeben werden
  • Tees aus Pfefferminzblättern, Kamillenblüten wirken krampflösend und lindern Blähungen

Präparate auf der Basis von natürlichen, biologischen und pflanzlichen Wirkstoffen können in der Apotheke oder Drogerie bezogen werden. Die Wirkstoffe zerstören Gasblasen, verhindern die Neubildung von Gasen und wirken sich positiv auf die Darmflora aus. Diese Präparate sollen nicht länger als während 4 Wochen eingenommen werden. Helfen sie nicht, muss der Arzt konsultiert werden.

 
 

Wann zum Arzt?

Chronische Blähungen, die zusammen mit anderen Symptomen auftreten sowie Blähungen, die ohne Konsum von blähenden Nahrungsmitteln auftreten, sollten medizinisch abgeklärt werden.

 

Zum Beispiel bei:

  • Blähbauch ohne Windabgang
  • Bauchkrämpfen
  • Erbrechen
  • Völlegefühl auch bei leerem Magen
  • Schwindendem Appetit
  • Unerklärlicher Gewichtsabnahme
  • Fieber

 
 

Welche Untersuchungen macht der Arzt?

Zunächst wird der Arzt eine gründliche Krankengeschichte erstellen. Dazu gehören Fragen zur Ernährung, zur Verdauung, zu vorausgegangen und bestehenden Krankheiten oder auch Operationen sowie zu familiären Krankheiten.

 

Weitere wichtige Fragen sind:

  • Wann und wie lange treten Blähungen auf, Windabgang, Blähbauch
  • Bestehen gleichzeitig Verstopfung oder Durchfall
  • Andere Begleitsymptome: was und wie lange bestehend
  • Sind Allergien (insbesondere Nahrungsmittelallergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten) bekannt
  • Werden Medikamente eingenommen
  • Besteht familiärer oder beruflicher Stress

Danach erfolgt die körperliche Untersuchung mit Abtasten (Härte des Bauches) und Abhören (Darmgeräusche) des Bauchbereiches (Abdomen) sowie Fingertasten im Enddarm.

 

Weitere Untersuchungen die folgen können sind: Röntgenaufnahmen, verschiedene Blut- und Stuhltests, Ultraschalluntersuchungen, ev. Darmspiegelung sowie Allergieabklärungen.

 
 

Wie werden Blähungen medizinisch behandelt?

Bei starken Krämpfen können krampflösende Wirkstoffe (sogenannte Spasomolytika) oder auch Schmerzmittel eingesetzt werden.

 

Sind die Blähungen Beleitsymptom einer anderen Erkrankung, muss primär die zu Grunde liegende Erkrankung behandelt werden.

 
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10.03.2014
 
 
 



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