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Sie sind hier: Fokus » Verdauung » Durchfall, Reisediarrhoe 26. April 2017
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Durchfall, Reisedurchfall - was hilft sofort, wann zum Arzt

Durchfall ist
eine häufige
Verdauungsstörung
 
In der Schweiz leidet jeder Erwachsene durchschnittlich ein Mal pro Jahr an akutem Durchfall (medizinisch Diarrhoe).


90% der Flüssigkeit, die wir täglich entweder über die Nahrung oder durch Trinken zu uns nehmen, werden im Dünndarm und 8% im Dickdarm rückresorbiert. Damit beträgt der Wassergehalt der täglichen Stuhlmenge ca. 100 bis 200 ml. Ist die Rückresorption gestört oder werden vermehrt Sekrete produziert, entsteht Durchfall.

 

Drei oder mehr wässerige oder breiige Stühle pro Tag werden als Durchfall definiert. Die grösste Gefahr bei Durchfall ist einerseits der Flüssigkeitsverlust und andererseits gehen wichtige Mineralien verloren, die für viele Körperfunktionen wichtig sind. Bei älteren Menschen oder Kindern kann Durchfall deshalb relativ rasch gefährlich werden. Durchfall wird häufig begleitet von Bauchschmerzen, Koliken, Übelkeit, Erbrechen oder sogar Fieber.

 

Akuter Durchfall ist meist das Symptom einer bakteriellen oder viralen Infektion und vergeht in der Regel nach wenigen Tagen wieder. Chronischer Durchfall (länger als zwei Wochen) hingegen ist meist das Zeichen einer anderen Erkrankung.

 

Durchfall: Ursachen und Beschwerden

 

Akuter Durchfall - Häufige Ursachen

  • Magen-Darminfektionen durch Viren (Noro- oder Rotaviren), Bakterien (häufig Kolibakterien, auch Fäkalbakterien genannt). Diese werden über verunreinigte Lebensmittel, Trinkwasser, durch unsaubere Hygiene, von Mensch zu Mensch übertragen.
  • Salmonelleninfektion: Nahrungsmittelvergiftung mit Eiern, Geflügel, verdorbenem Fleisch etc.
  • Parasiten
  • Seelische Belastungen wie Angst, Stress, Nervosität
  • Übermässiger Konsum von Diätzucker (Sorbit, Mannit)
  • Übermässiger Konsum von Abführmitteln
  • Bestimmte Medikamente
  • Vorausgegangene operative Eingriffe
  • E. Coli, Shigellen, Campylobacter, Typhus-, Paratyphus-, Cholera-, Ruhrerreger lösen sogenannte Reisediarrhoe aus (siehe auch Reisedurchfall >>)

Durchfälle aufgrund einer Infektion mit Viren oder Bakterien sind hochansteckend: hier sind strenge Hygienemassnahmen erforderlich.
(siehe auch Vorbeugung, Hygienemassnahmen >>)

 
 

Reisedurchfall, Reisediarrhoe

Fast die Hälfte aller Reisenden nach Afrika, Asien und Lateinamerika leiden irgendwann unter Reisediarrhoe. Bei Reisen nach Nordeuropa, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan ist dieses Risiko hingegen eher gering.
 
Kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel häufigste Auslöser von Reisedurchfall
Das Risiko an einer Reisediarrhoe zu erkranken hängt in den meisten Fällen von Hygienemassnahmen sowie der Ernährung ab. Bakterien werden über verschmutztes Trinkwasser oder durch kontaminierte Lebensmittel aufgenommen. Ungewohnte Klimaverhältnisse und ungewohnte Nahrung sowie ein Jetlag machen das Abwehrsystem anfälliger und Krankheitserreger haben ein leichtes Spiel.

 

Am gefährlichsten sind Nahrungsmittel wie Salate, rohes Gemüse, Eisspeisen oder Eiswürfel in Drinks. Damit wären schon die schlimmsten ''Esssünden'' aufgedeckt.

 

Am häufigsten sind sogenannte Enterotoxinbildende E. Coli Bakterien (Abk. ETEC) für Reisedurchfälle verantwortlich. In Lateinamerika machen diese 70% und in Asien 20% der Reisedurchfälle aus.


Die Folgen sind Beschwerden wie:
Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle! Dies führt zu einem hohen Flüssigkeitsverlust, was insbesondere bei Kindern und älteren Menschen schnell zu Austrocknung und bedrohlichen Kreislaufstörungen führen kann. Bei Hitze können Erwachsene mit Durchfall ebenfalls sehr schnell austrocknen.

Siehe auch wann zum Arzt >>

 

Vorbeugung von akuten Durchfällen und Hygienemassnahmen

Insbesondere auf Reisen ist das Vermeiden von risikoreichen Lebensmitteln ein absolutes Muss. Zur Vorbeugung von Durchfällen gehört ebenfalls das Einhalten der eigenen Hygienemassnahmen. Gründliches Händewaschen mit Seife nach Toilettengängen sowie vor und nach dem Hantieren mit risikoreichen Lebensmitteln (z.B. Geflügel) sollten auch im täglichen Leben selbstverständlich sein.

 

Weitere Tipps zur Prävention, insbesondere des Reisedurchfalls

Der Leitsatz jedes Reisenden sollte sein: Boil it, cook it, peel it or forget it! – Siede es, koch es, schäl es oder lass es sein!

  • Nur gekochtes, desinfiziertes (Chlor, Silber) oder gefiltertes Wasser trinken und nur solches Wasser zum Zähneputzen nutzen.
  • Gekochte Getränke (Tee, Kaffee) oder fabrikmässig abgefüllte Getränke (verschlossene Flaschen oder Dosen) vorziehen. Nur pasteurisierte oder gekochte Milch trinken
  • Genereller Verzicht auf Eiswürfel in Getränken, in Desserts sowie auf Speiseeis
  • Nur gekochte, gebratene und heissservierte Speisen essen, keine aufgewärmten Speisen vom Vortag essen
  • Auf rohes oder halbgegartes Fleisch oder Meeresfrüchte (Muscheln, Krabben, Krebse etc.) verzichten
  • Rohe Speisen unbedingt vermeiden! Ausnahmen: Schälbares Obst und Gemüse
  • Auf Kostproben in Imbiss- oder Gastküchen besser ganz verzichten

 

Impfungen gegen Reiseinfektionen
Vor Reisen in Entwicklungsländer werden Impfungen gegen Cholera sowie Thyphus und Paratyphus, welche ebenfalls mit schweren Durchfällen einhergehen, empfohlen. Am besten erkundigt man sich beim Arzt über die für das Reiseland empfohlenen Impfungen. Kinder ab dem 2. Geburtstag sowie Erwachsene, die in gefährdende Gebiete reisen oder sich dort längere Zeit aufhalten, sollten geimpft werden.

 

Aber: Die Impfung ersetzt auf keinen Fall vorbeugende Massnahmen bei der Ernährung sowie hygienische Schutzmassnahmen.

 
 

 

Ursachen für chronische Durchfälle

Chronische Durchfälle sind in der Regel ein Begleitsymptom von Magen-Darm- sowie anderen Erkrankungen. Meist kommen zu den Durchfällen noch andere Symptome hinzu z.B. Völlegefühl, Blähungen, Verstopfungen, Bauchkrämpfe, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust etc.

 

Krankheiten, die mit chronischen Durchfällen einhergehen sind:

  • Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkieten (häufig bei Kuhmilchunverträglichkeit, Lactoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit)
  • Reizdarm, auch „nervöser Darm“ (funktionelle Darmstörung) genannt
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
  • Stoffwechselkrankheiten (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Krebserkrankungen
  • Strahlentherapie und Krebsmedikamente
  • Fasten

 
 

Was kann man bei Durchfall selber tun?

Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlustes und Diät
In erster Linie gilt es, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Dazu eignen sich spezielle Lösungen oder auch „Hausmittel“.

 

Dazu eignen sich:

  • Spezielle, vorgefertigte „Rehydratationslösungen“ (können in der Drogerie bezogen werden)
  • Selbst gemachte „Zucker-Salz-Lösung“: ein gestrichener Teelöffel Kochsalz, acht gestrichene Teelöffel Zucker, eine Tasse Fruchtsaft auf einen Liter gekochtes Wasser.
  • Bouillon, Fruchtsäfte oder gezuckerter Tee (schwarzer Tee ist leicht stopfend)

Gegebenenfalls können Präparate eingesetzt werden, welche die Ausscheidung der durchfallverursachenden Bakterien fördern (z.B. Heilerde) oder die Besiedlung des Darmes mit den normalen Darmbakterien unterstützen (sogenannte Probiotika).

 

Neuere, natürliche Wirkstoffe zur Behandlung von Durchfällen binden Giftstoffe und Durchfall verursachende Substanzen, um die Ausbreitung der Infektion zu unterbinden. Gleichzeitig führen sie dem Körper Mineralien und Elektrolyte zu, um einer Austrocknung vorzubeugen. Diese Wirkstoffe sind erhältlich in Apotheken und Drogerien und sollten nur nach fachmännischer Beratung eingenommen werden.

 

Diät schont Magen und Darm

Um den Magen-Darmtrakt nicht noch zusätzlich zu belasten, sollte für ein paar Tage gar nichts oder nur Schonkost zu sich genommen werden. Bananen zum Beispiel geben Kalium zurück. Weisser Reis in leicht gesalzenem Wasser gekocht, schont den Magen und wirkt stuhleindickend.

 

Keine Limonaden für Kinder
Neuere Studien haben gezeigt, dass vor allem Kindern mit Durchfall keine Limonaden oder Cola zum Trinken gegeben werden sollten. Diese können auf Grund des hohen Zuckergehaltes die Beschwerden verschlimmern. Besser sind ungesüsste oder nur leicht gesüsste Tees, Hühnerboullion, Reisschleimsuppe.

 
 

Wann zum Arzt?

Durchfall bei Säuglingen und Kinder sowie älteren Menschen und Durchfall, der länger als drei Tage anhält, sollten medizinisch abgeklärt werden. Der Gang zum Arzt wird bei allen Betroffenen notwendig, wenn eines oder mehrere der folgenden Symptome zusätzlich auftreten:

  • Sehr heftiger Durchfall und gleichzeitiges Erbrechen
  • Starke Blähungen (ohne Windabgang)
  • Druck- und Völlegefühl auch bei leerem Magen
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen über mehr als drei Tage
  • Kolikartige Bauchschmerzen
  • Fieber
  • Kreislaufschwäche, Schwindel
  • Blut, Schleim im Stuhl, Dunkelfärbungen des Stuhls
  • Nach Auslandaufenthalten in Risikoländern
  • Nach Antibiotikatherapien


Notfall: Bei grossem Flüssigkeitsverlust kann es schnell zu folgenden, zum Teil lebensbedrohlichen Austrocknungszeichen kommen:

  • Extrem trockenem Mund
  • Dunkler Urin oder keine Urinausscheidung für mehrere Stunden
  • Stehende Hautfalten nach Zusammenkneifen, gut zu sehen an der Handoberfläche (Haut verliert an Spannkraft)
  • Gewichtsverlust von mehr als 5%
  • Benommenheit, Bewusstlosigkeit

 
 

Welche Untersuchungen macht der Arzt?

Als erstes wird der Arzt eine gründliche Aufnahme der Krankengeschichte vornehmen. Dazu gehören auch Fragen zu Beginn und Dauer des Durchfalls sowie zur Konsistenz des Stuhls und zur Häufigkeit des Stuhlgangs. Ebenso wichtig für den Arzt sind Angaben zu Begleitsymptomen wie Schmerzen (Ober- oder Unterbauch), Krämpfe, Fieber oder Gewichtsverlust etc.
 
Auch die Familienanamnese wird er beleuchten sowie Fragen zu bestehenden Krankheiten des Magendarmtrakts, Allergien, Krebs, Operationen auf Grund solcher Erkrankungen etc. stellen.

 

Labor
Allfällige Erreger können mittels Stuhl- sowie Blutkulturen identifiziert werden. Insbesondere nach Reisen in die Tropen deshalb unbedingt Stuhlproben zum Arzt mitbringen. Bei akuter Diarrhoe sind selten Stuhluntersuchungen notwendig und werden nur in schweren Fällen oder bei länger andauernder Erkrankung durchgeführt.
 
Bei chronischen Durchfällen können spezifische Untersuchungen notwendig werden, z.B.:

  • Stuhlsammlungen mindestens 72 Stunden
  • Ultraschall des Bauches
  • Darmspiegelung mit Entnahme von Gewebeproben
  • Magenspiegelung (Gastroskopie) und Untersuchung des Dünndarmes

 
 

Behandlung beim Arzt

Die Behandlung des Durchfalls richtet sich nach der Ursache. Insbesondere bei chronischen Durchfällen muss die Ursache zunächst gefunden und gleichzeitig behandelt werden.

 

Medikamente

Bei Bauchkrämpfen helfen schmerz- oder krampflösende Wirkstoffe.

Antibiotika sind bei den meisten akuten (bakteriellen) Durchfällen nicht nötig. Ausnahmen: Bei alten Menschen, bei Säuglingen und Kleinkindern, bei Personen mit Herz- und Gefässerkrankungen sowie Autoimmunerkrankungen (z.B. HIV).  Auch Reisedurchfälle oder Durchfälle auf Grund bestimmter Erreger (z.B. Shigellen oder schwere Campylobacter-Infektionen sollten erfahrungsgemäss antibiotisch behandelt werden.

 

Mediscope - dzu

 
10.03.2014
 
 
 


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