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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Lymphogranuloma venereum, LGV 21. August 2017
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Lymphogranuloma venereum

Definition

Lymphogranuloma venereum: ansteckende bakterielle Erkrankung

Syn.: Lymphogranuloma inguinale (Übersetzung: im Lymphabflussgebiet der Sexualorgane liegende Lymphknotenentzündung).

Die LGV galt bisher als lediglich in den tropischen Gebieten vorkommende sexuell übertragbare Krankheit. In den letzten Jahren traten auch vermehrt Fälle in Europa, Grossbritannien und den USA auf.

Ursachen

Übertragung

Die Ansteckung erfolgt durch Bakterien (Chlamydia trachomatis), die ausschliesslich sexuell übertragen werden. Eine Infektion ist bei allen mit Schleimhautkontakten verbundenen sexuellen Praktiken möglich.

Symptome (Beschwerden)

Lymphogranuloma venereum:

Der Verlauf der Erkrankung erfolgt in mehreren Stadien: 

  • Stadium I: Nach einer Zeitspanne von etwa 3 Wochen kommt es an der Eintrittstelle des Erregers zu einem kleinen, schmerzlosen Knötchen, das sich in der Folge zu einem kleinen Geschwür umwandelt und nach wenigen Tagen von selbst wieder abheilt. Oft bleibt dieses unbemerkt, da es schmerzfrei ist und sich meist in der Scheide , Enddarm oder in der Harnröhre befindet.
  • Stadium II: Bis zu 6 Wochen nach der Infektion entsteht im typischen Fall eine ein- oder beidseitige Lymphknotenschwellung in der Leiste, die von aussen sichtbar ist und als Bubo bezeichnet wird. Die Haut wird an dieser Stelle blau-rot verfärbt. Unbehandelt können diese Lymphknotenpakete vereitern und nach aussen durchbrechen. Zusätzlich können allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber , Schüttelfrost, Brechreiz und Kopfschmerzen auftreten. Ist der Enddarm betroffen kann es zu einer Enddarmentzündung kommen, die meist blutend ist.
  • Stadium III: Bei unbehandelter LGV kann es Jahre später zu einem sogenannten "anogenitorektalen Syndrom" kommen. Unter diesem Begriff werden Spätfolgen wie Darmverengungen, Fisteln (Eitergänge im Gewebe), Abszesse oder Lymphstau durch Verlegung der Lymphgefässe mit Schwellung der Geschlechtsorgane zusammengefasst.

Diagnose (Untersuchung)

Lymphogranuloma venereum: Bakteriennachweis im Urin

Die Clamydien werden im Erststrahl-Urin oder durch einen Abstrich der befallenen Schleimhaut nachgewiesen.

Therapie (Behandlung)

Lymphogranuloma venereum: Beide Partner mit Antibiotika behandelt

Bei rechtzeitiger Behandlung heilt die Erkrankung folgenlos aus. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika, die als Tabletten eingenommen werden. Bei schwereren Verläufen müssen diese als Infusion verabreicht werden. Wichtig ist immer eine Mitbehandlung des Partners um den sogenannten Ping-Pong-Effekt (gegenseitige Neuansteckung) vorzubeugen. Während und mindestens noch eine Woche nach der Behandlung sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Lymphogranuloma venereum: Kondome schützen

Eine Ansteckung der LGV erfolgt ausschliesslich beim Geschlechtsverkehr. Die Übertragung des Erregers wird durch das Benutzen von Kondomen oder Femidomen sicher verhindert. Jegliche ungewöhnliche Hautveränderung, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr auftritt, sollte den Verdacht auf eine sexuell übertragbare Krankheit lenken. Ein Arztbesuch ist dann unbedingt ratsam.

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