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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Reizdarm, Colon irritabile 25. März 2017
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Reizdarm, Colon irritabile, Darmentzündung, Nervöser Darm, Reizdarmsyndrom

Definition

Reizdarm: Störung der Darmfunktion durch Stress

Ein Reizdarm ist eine Störung der Darmfunktion, meist in Belastungssituationen auftretend. Das Syndrom zeichnet sich aus durch abwechslungsweise Verstopfung und Durchfall. Eine ursächliche Erkrankung des Organs kann nicht gefunden werden. Die Beschwerden werden durch Bewegungsstörungen des Dickdarms , eine erhöhte Darmwandspannung und durch Störungen der Schleimproduktion im Darm hervorgerufen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Die Störung bringt einen grossen Leidensdruck mit sich, ist aber ungefährlich.

Ursachen

Reizdarm ist ein komplexes Problem, das durch eine Störung der Verbindungen zwischen Hirn und Darm, sowie ein verändertes Empfindungsvermögen entsteht. Die Tatsache, dass Hirn und Darm sehr eng miteinander kommunizieren, scheint für die Krankheitsentstehung entscheidend zu sein. Als ursächliche Faktoren werden psychische Konfliktsituationen, Nahrungsmittelüberempfindlichkeiten und Hormonstörungen diskutiert.

Symptome (Beschwerden)

Reizdarm: Bauschmerzen, Durchfall, Blähungen

Aufgrund der Symptome werden 3 Typen unterschieden:

  • Obstipationstyp (Obstipation = Verstopfung): harter Stuhl, Stuhlentleerung erschwert, Passagezeit durch den Darm verlängert.
  • Diarrhoetyp (Diarrhoe = Durchfall): Dünne Stühle, vermehrter Stuhldrang, Passagezeit durch den Darm verkürzt.
  • Alternierender Typ: morgendliche sich wiederholende Stuhlentleerungen.

Diagnose (Untersuchung)

Reizdarm: Labortests zum Ausschluss anderer Erkrankungen

Therapie (Behandlung)

Reizdarm: Stressminderung und Entspannung sind wichtig

  • Das ärztliche Gespräch ist die Grundlage der Behandlung.
  • Diät: Echte Nahrungsmittelintoleranzen sind beim Reizdarm sehr selten nachweisbar. Bei Patienten, die über Blähungen klagen, kann eine Einschränkung an blähenden Nahrungsmitteln wie Bohnen, Zwiebeln usw. zu einer Beschwerdereduktion führen.
  • Fasern und Ballaststoffe sind bei Patienten mit Reizdarm vom Obstipationstyp sinnvoll.
  • Spasmolytika (krampflösende Medikamente) haben v.a. bei Patienten mit Schmerzen und Stuhldrang nach einer Mahlzeit eine nachgewiesene Wirkung.
  • Antidiarrhoika (Durchfallhemmende Medikamente) werden bei Patienten mit Reizdarm vom Diarrhoetyp eingesetzt.
  • Antidepressiva sind v.a. bei einer zusätzlichen psychiatrischen Grunderkrankung (Depression, Angst) sinnvoll.
  • Psychotherapie, Entspannungstechniken und Hypnose haben einen nachgewiesenen Effekt.
  • Die Verabreichung von Lactobacillus plantarum und chinesischen Kräutern zeigten einen Effekt.
  • Erste Studienresultate weisen darauf hin, dass Akupunktur bei der Behandlung des Reizdarms wirksam sein kann.
  • Bio-feedback ist vor allem bei schmerzhafter Stuhlentleerung erfolgversprechend.

Mögliche Komplikationen

Ein Reizdarm-Syndrom ist nicht gefährlich, es führt nicht zu Krebs. Trotzdem beeinträchtigt es die Lebensqualität stark. Die Beschwerden können ein Leben lang auftreten. Sie können zu- oder abnehmen und auch für einige Zeit abklingen.

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