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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Restless-Legs-Syndrom, Unruhige Beine 28. Juni 2017
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Restless-Legs-Syndrom, Restless Legs, Unruhige Beine

Definition

Restless-Legs-Syndrom: nächtliche unruhige beine

Unter dem Restless-Legs-Syndrom, RLS (unruhige Beine) versteht man unangenehme Gefühlsstörungen in den unteren Extremitäten mit unwillkürlichen Bewegungen. Die Symptome treten vorwiegend in Ruhe (Sitzen oder Liegen) auf und bessern sich durch Bewegung (aufstehen, laufen). Dadurch besteht ein regelrechter Drang, sich zu bewegen.

Es ist eine chronisch verlaufende Erkrankung, die meist nur durch gezielte  Befragung des Arztes erkannt  werden kann. Neurologisch (die Nerven betreffend) findet man keine Befunde.

Ursachen

Als Ursache vermutet man eine vererbte Veranlagung zum Restless-Legs-Syndrom. Bei der Vererbung spielen Veränderungen an den Chromosomen 9, 12 und 14 eine Rolle.

Diskutiert wird auch eine Störung des Dopamin -Stoffwechsels, die für das RLS mitverantwortlich gemacht wird.

Folgende Faktoren gelten als Auslöser der Beschwerden

Andere, nicht bewiesene Auslöser könnten sein:

Symptome (Beschwerden)

  • Starker Drang, die Extremitäten zu bewegen
  • Verschlimmerung der Beschwerden in Ruhe, vorübergehende Besserung durch Bewegung
  • Verschlimmerung der Beschwerden am Abend und in der Nacht
  • Periodische Beinbewegungen im Schlaf
  • Unwillkürliche Bewegungen im Wachzustand und im Schlaf
  • Missempfindungen in den Beinen
  • Beschwerden verschlimmern sich mit dem Alter

Die Beschwerden werden beschrieben als:

  • Anfallsartige, ruckartige Zuckungen in der Einschlafphase
  • Kribbeln
  • Ziehen, Reissen
  • Spannen, Krämpfe
  • Eher seltener als Schmerz (eher bei älteren Menschen)
  • Schwere, müde Beine, Beinschwäche; die Schwäche kann durch herumgehen überwunden werden. Dies unterscheidet das Symptom zu Gefässerkrankungen (Raucherbein ), wo der Betroffene durch die Beschwerden gezwungen wird, stehen zu bleiben  (Schaufensterkrankheit).
  • Diffuse Rückenschmerzen

Meistens sind die Beine (besonders Oberschenkel und Füsse) davon betroffen, in wenigen Fällen (ca. 20%) die Arme.

Begleitbeschwerden

  • Depressionen
  • Tagesschläfrigkeit, Schlaflosigkeit
  • Psychosozialer Stress (Ängste, familiäre und Partner-Probleme) durch die Schlafstörungen
  • Verminderung der Lebensqualität

Diagnose (Untersuchung)

Als einziges Diagnose mittel bleibt die intensive und genaue Befragung des Patienten und dessen Familienmitglieder. Durch gezieltes Fragen nach Art und Auftreten der Beschwerden kann der Arzt die Diagnose stellen.

Laboruntersuchungen und neurologische Tests (Elektrophysiologie) helfen, andere Krankheiten (z.B. Polyneurophatien, Schilddrüsenunterfunktion, Parkinson, Rheumatoide Arthritis, Gefässerkrankungen (Raucherbein)) auszuschliessen.

Therapie (Behandlung)

Restless-Legs-Syndrom: Es stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung

Die meisten Betroffenen benötigen keine Behandlung, da sie sich mit den Beschwerden arrangieren können und in ihrer Lebensqualität nicht gross eingeschränkt sind.

Bei etwa 1-3% der Betroffenen sind die Beschwerden so stark, dass sie behandelt werden müssen. Heilen kann man das Restless-Legs-Syndrom nicht.

Zuerst muss, falls vorhanden, eine zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden. Bei vorübergehenden Symptomen, etwa bei einer Schwangerschaft, wird von einer medikamentösen Behandlung abgeraten. Die Beschwerden benötigen aber in der Regel eine Dauertherapie.

Allgemeine Massnahmen

  • Regelmässigen Tag-Wach-Rhythmus einhalten, Schlafhygiene
  • Körperliche Aktivitäten wie Velofahren, Treppensteigen, Stretching, Massagen. Oft muss der Betroffene die Beinschwäche zuerst überwinden, bevor er körperlich aktiv werden kann
  • Geistige Aktivitäten wie PC-Spiele, Kreuzworträtsel, Bewegungen mit den Händen (z.B. Handarbeiten) können helfen, sich abzulenken und die zuckenden Bewegungen zu reduzieren
  • Heisse oder kalte Umschläge, kühlende Salben können helfen
  • Auslassversuche von: Nikotin, Alkohol, Koffein, Schokolade

Medikamentöse Wahl

Oft muss kombiniert behandelt werden

  • Dopamin Agonisten, wie sie bei Parkinson angewendet werden. Diese erhöhen das Dopamin im Gehirn.
  • Antiepileptika, wie sie bei der Epilepsie angewendet werden.
  • Schmerzmittel (Opioide) bei Schmerzen
  • Schlafmittel (Benzodiazepine) zur Einschlafhilfe (besonders zu Beginn der Erkrankung)
  • Neue Studien haben ergeben, dass Eisengaben intravenös die Beschwerden kurz- und längerfristig verbessern können. (19.10.09)

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