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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Sonnenallergie, Lichtdermatose 28. April 2017
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Sonnenallergie, Lichtdermatose

Definition

Sonnenallergie: Abwehrreaktion des Immunsystems verursacht durch Sonnenlicht

Als Allergie wird eine überschiessende und unerwünschte, starke Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene ) bezeichnet.

Die ''Sonnenallergie'' (auch Lichtallergie, Photoallergie, Lichtdermatose) ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen. Sie kann durch Sonnenlicht allein oder durch die UV-Bestrahlung in Verbindung mit andern Substanzen hervorgerufen werden, z.B. durch chemische Stoffe in Kosmetika, Crèmes, Parfüms aber auch durch Pflanzen, die mit der Haut in Berührung kommen.

Ursachen

Polymorphe Lichtdermatose (PMD)

Die PMD ist die häufigste Form der Sonnenallergie und wird durch die UV-A-Strahlen ausgelöst. Die UV-A-Strahlen führen im Körper zu einer Immunreaktion mit Symptomen wie Jucken und Bläschenbildung. Die Hautveränderungen bei der PMD können sehr verschiedenartig aussehen (= polymorph). Häufig sind sonnenungewohnte, eher junge Menschen betroffen; oft tritt sie nur in südlichen Gefilden auf, zu Hause hingegen nicht.

Die schwerste Form der Lichtdermatose ist die Sonnen-Urtikaria (Nesselausschlag ). Dabei handelt es sich um eine ''Sofort-Allergie'', das heisst, die Reaktion tritt bereits Minuten nach Sonnenexposition auf.

Mallorca-Akne

Diese seltene Form wird zusammen mit Sonnenlicht und fetthaltigen Inhaltsstoffen von Sonnenschutzmitteln oder dem körpereigenen Talg ausgelöst. Häufig sind junge Menschen mit Neigung zur fettigen Haut betroffen.

Photoallergische Reaktion

Hier handelt es sich um eine Reaktion, die zusammen mit Sonnenlicht und gewissen Substanzen (z.B. in Medikamenten, Kosmetika oder Pflanzen) ausgelöst wird.

  • Medikamente, die häufiger solche Reaktionen auslösen, sind: Antibiotika, Blutzucker -senkende Mittel (Antidiabetika), entzündungshemmende Mittel, Johanniskraut, Entwässerungsmittel (Diuretika)
  • Pflanzen: Sellerie, Peterlikraut, Zitrusfrüchte, Saft des Feigenbaumes, Bärenklau
  • Kosmetika und Parfüms, Hautcrèmes, Sonnenmilch; zum Teil sogar unparfümierte

Symptome (Beschwerden)

Polymorphe Lichtdermatose

Stark juckende Bläschen und Knötchen meist an den Hautstellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt waren (Arme, Gesicht und Décolleté, Nacken-, Schulterbereich); die allergische Reaktion tritt meist während oder direkt nach dem Sonnenbad auf. Das Beschwerdebild ist von Patient zu Patient sehr verschieden.

Mallorca-Akne

Kleine, juckende Knötchen meist im Bereich der behaarten Hautstellen.

Photoallergische Reaktion

Juckende kleine Quaddeln, Rötungen und Bläschen, die lokal entstehen oder den ganzen Körper bedecken.

Diagnose (Untersuchung)

Sonnenallergie: Hauttests decken Allergien auf

  • Inspektion der Haut, Befragen nach Aufenthalt an der Sonne, neuen Kosmetika, Berührungen mit Pflanzen.
  • Hauttests zum Nachweis der allergieauslösenden Substanz, durch Auftragen der vermuteten Substanz mit nachfolgender Bestrahlung
  • Evtl. Entnahme und gewebliche Untersuchung einer Hautprobe

Therapie (Behandlung)

Sonnenallergie: Das Allergen und zu viel direkte Sonne vermeiden

Ist der Auslöser der Allergie bekannt, gilt es, diesen zu vermeiden.

Welche Massnahmen am sinnvollsten sind, hängt mit der individuellen Empfindlichkeit zusammen. Es ist ratsam, die Wahl der Behandlung dem Arzt zu überlassen. Antiallergische Mittel (Antihistaminika) z.B. können müde machen und die Reaktionsfähigkeit mindern (Autofahren, Maschinen bedienen). Ebenso sollte bei Einnahme von Antihistaminika auf Alkohol verzichtet werden.

  • Der starke Juckreiz kann mit kühlenden Gels, kühlen Wickeln und der Gabe von allergiehemmenden Mitteln (Antihistaminika) gelindert  werden
  • Kurzzeitig können nach ärztlicher Verordnung Kortison -Salben oder -Crèmes aufgetragen werden
  • Die Vitamine B6, B12 und Beta-Karotin sowie die Einnahme von Kalzium scheinen bei vielen Patienten eine Besserung zu bringen
  • Bei starken Beschwerden kann Kortison in Tablettenform notwendig werden

Mögliche Komplikationen

Meist sind die Allergien zwar lästig, aber nicht lebensgefährlich. Die Lebensqualität beeinträchtigende Komplikationen sind die Entstehung von Narben durch Kratzen und nach Infektionen sowie die psychische Belastung.

Als gefürchtetste Komplikation einer Allergie gilt der anaphylaktische Schock (Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems).

Symptome: Verstärkte Hautreaktionen, Wasseransammlungen, zunehmende Angst, Atemnot, Übelkeit , Erbrechen, Blutdruckabfall, beschleunigter Herzschlag, Schwäche, Urin- und Stuhlabgang, Bewusstlosigkeit. Der Patient muss sofort im Spital behandelt werden (Rettungsdienst: Tel. 144).

Bei bekannter Allergie sollte der Betroffene ein Notfallset bei sich tragen (siehe Insektengiftallergie )

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

  • Wenn immer möglich die Haut mit Kleidung und Kopfbedeckung vor der Sonne schützen
  • Langsames Angewöhnen der Haut an die Sonne. Vorbeugende therapeutische Bestrahlungen (z.B. mit Solarien) werden aber kontrovers diskutiert. Auch diese können allergische Reaktionen hervorrufen
  • Dem Hauttyp entsprechenden Sonnenschutzfaktor, UV-B und UV-A-Schutz beachten; Achtung: Auch Sonnenschutzcrèmes können allergische Reaktionen auslösen
  • Vermeiden eines Sonnenbrandes
  • Vermeiden von bekannten Allergenen (Kosmetika, Parfüms, Medikamente, Pflanzen)
  • Bei bekannter Mallorca-Akne fett- und emulgatorfreie Salben und Crèmes verwenden

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