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Depression: Tabuisierung treibt Männer in den Suizid

Die zweite nationale Fachtagung ''Depression: Wissen schafft Akzeptanz'' der Werner Alfred Selo Stiftung brachte renommierte Referenten – darunter Ärzte, Soziologen und Politiker – an einen Tisch. Sie vermittelten fundiertes Fachwissen über Ursachen, Ausmass und die vielen Gesichter der Krankheit Depression und zeigten Methoden auf gegen das gesellschaftliche Stigma.

Besonders die Fokusthemen über Depressionen bei Männern und den Umgang mit der Krankheit in der Arbeitswelt beantworteten brennende Fragen der über 200 anwesenden Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik sowie Betroffenen und Angehörigen. Es herrschte Konsens, dass die Schweiz eine Strategie für psychische Gesundheit auf dem neusten Stand der Wissenschaft sowie Informationskampagnen braucht, um Betroffenen zu helfen und Suizide zu verhindern.

 

Depression ist in der Schweiz nach wie vor ein Tabuthema, obwohl 20 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben depressive Episoden erleben. Doch nur zwei von drei Depressions-Erkrankten werden behandelt und meist vergehen zwei bis sieben Jahre bis zum Behandlungsbeginn. Viele Depressive leiden zusätzlich zu ihrer Krankheit unter der Stigmatisierung, die zudem oft zu Folgeerkrankungen führt.

 

Stiftungspräsidentin Marylou Selo erklärte die Zusammenhänge: «Viele Betroffene ziehen sich aus Scham über ihre Krankheit zurück, anstatt zum Arzt zu gehen. Ihr Umfeld reagiert mit diffusen Ängsten und es entsteht ein Teufelskreis der Isolation. Dies bereitet den Boden für Vorurteile, die Betroffene brandmarken», bedauerte sie. Nicht behandelte Depressionen sind in der Schweiz der häufigste Grund für die jährlich 1’400 Suizide – das ist dreimal mehr als die Anzahl Verkehrstoter. Damit hat die Schweiz im europäischen Vergleich eine der höchsten Suizidraten.

 

Männliches Leiden – wortwörtlich totgeschwiegen

Depressionen sind bei Frauen zwar doppelt häufig als bei Männern, doch besonders alarmierend sind die männlichen Suizidzahlen. Obwohl Frauen gleich oft Suizidversuche begehen, überleben sie aufgrund der weniger aggressiven Methoden häufiger. So sind laut Bundesamt für Statistik zwei Drittel der Suizidopfer Männer, der Anteil Jugendlicher ist beträchtlich. Dies ist eng mit der immer noch vorgegebenen Struktur der männlichen Rolle verknüpft. «Die gesellschaftliche Erziehung verlangt vom männlichen Geschlecht nach wie vor, dass es sich auf Leistung, Sachkompetenz und Erfolg konzentriert. Die seelischen Faktoren werden oft ausgeblendet», erläuterte der Basler Männerforscher Walter Hollstein, emeritierter Professor für Soziologie und Gutachter des Europarates für Männer- und Geschlechterfragen. «Eine Folge davon ist, dass Männer Arztbesuche und therapeutische Massnahmen scheuen und es nach Möglichkeit überhaupt vermeiden, Hilfe zu suchen.» Dies resultiert in einer gesamthaft negativen Gesundheitsbilanz, so dass die moderne Gesundheitsforschung den Mann inzwischen als das kranke oder das eigentlich schwache Geschlecht bezeichnet. «Insofern kann ein Signal, wie es Ralf Rangnick – der ehemalige Coach des Fussballclubs Schalke 04 – mit dem Eingeständnis seines Burnout gesetzt hat, gar nicht genug gewürdigt werden», so Hollstein.

 

Kostenfalle Depression

Jüngste Studien schätzen die Schweizer Kosten der Depression auf ca. CHF 8 Milliarden pro Jahr, wovon rund CHF 1 Milliarde auf rein medizinische Kosten entfällt. Weitaus stärker zu Buche schlagen der Arbeitsausfall, IV-Kosten, Reintegration und weitere Folgekosten. Das Schweizerische Gesundheitsobservatorium OBSAN rechnet jährlich mit über CHF 25 Milliarden für die Gesamtkosten psychischer Erkrankungen und ihrer Folgen*. Diese Zahlen zeigen, dass sich durch Früherkennung und Prävention beträchtliche Summen für Behandlungs- und Folgekosten einsparen lassen.

 

Depression verstehen – Betroffene vom Joch des Stigmas befreien Referent Dr. med. Jules Angst, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und seit über 40 Jahren Depressionsforscher, stellte klar: «Depression kann jeden treffen, es ist kein Zeichen von Willensschwäche und schon gar keine Schande. Psychische Erkrankungen gehören in den Bereich der Medizin und es braucht Wissensvermittlung und Sensibilisierung, damit die Depression erkannt, rechtzeitig behandelt und so Schlimmeres verhindert werden kann.»

 

Schweiz braucht Kampagnen über psychische Krankheiten

Es herrschte Konsens, dass Aufklärungsarbeit zur Entstigmatisierung und Prävention psychischer Erkrankungen und Suizid dringend notwendig sind. Dabei müssen auch Bund und Kantone Verantwortung übernehmen, zum Beispiel bei der Finanzierung von regionalen und nationalen Kampagnen. Marylou Selo bringt es auf den Punkt: «Hierzulande wird die psychische Gesundheit erschreckend vernachlässigt, auch punkto Suizidprävention ist die Schweiz ein Entwicklungsland. Ziel muss sein, dass die Schweiz, die auf so vielen Gebieten vorbildlich und führend ist, dies auch in Bezug auf die psychische Gesundheit wird.»

 

Dokumentation der Fachtagung «Depression: Wissen schafft Akzeptanz» Die Referate und Hintergrundmaterial zur Tagung können heruntergeladen werden auf www.selofoundation.ch

SeloStiftung

25.06.2012 - dzu

 
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