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Auslandpreisvergleich Medikamente

Das Preisniveau der patentgeschützten Medikamente lag im November 2014 auf dem Preisniveau der sechs Vergleichsländer. Im Vorjahr hatte die Preisdifferenz noch 5 Prozent betragen.

Auch patentabgelaufene Originalpräparate sind praktisch gleich teuer
wie im Durchschnitt der Vergleichsländer. Bei den Generika ist der
Unterschied mit 47% weiterhin hoch. Dies ergibt der sechste
gemeinsame Auslandpreisvergleich von santésuisse, Interpharma
und vips.

 

Die rund 250 umsatzstärksten patentgeschützten Originalpräparate der
Spezialitätenliste waren gemäss dem heute in Bern vorgestellten
Auslandpreisvergleich bei einem vom Bundesamt für Gesundheit (BAG)
angewendeten Wechselkurs von CHF/EUR 1.29 nicht mehr teurer als im
vergleichbaren Ausland. Im vergangenen Jahr betrug die Differenz bei
einem Wechselkurs von CHF/EUR 1.27 noch 5%. Die Preissenkungsrunden
der Jahre 2012, 2013 und 2014 haben zusammen mit weiteren Preissenkungen zu Einsparungen von insgesamt 795 Millionen Franken geführt.

 

Für Thomas Cueni, Generalsekretär von Interpharma, ist klar: ''Die
Prämienzahler haben von den regulären Preissenkungen profitiert und
werden dies auch künftig tun. Schnellschüsse aufgrund der aktuellen
Frankenstärke drängen sich deshalb nicht auf, zumal die Preise in der
Schweiz auch damit noch immer unter dem Niveau von Deutschland liegen
und die Pharmaindustrie die wichtigste Exportbranche der Schweiz ist, von
der direkt und indirekt 180'000 Arbeitsplätze in unserem Land abhängen''.


Thomas Binder, Geschäftsführer von vips, ergänzt: ''Europapreise zu
überwiegend Schweizer Kosten sind für die in der Schweiz tätigen
Pharmafirmen nicht länger tragbar. Die Schweiz braucht wieder
angemessene Arzneimittelpreise''. Verena Nold, Direktorin von
santésuisse, entgegnet: ''Die Aufhebung der Euro-Untergrenze hat
gezeigt, dass wir dringend Instrumente für eine flexible Anpassung der
Medikamentenpreise haben müssen. Die Preise müssen weiter nach unten
korrigiert werden. Die Weitergabe von Wechselkursgewinnen sind wir
unseren Prämienzahlerinnen und Prämienzahlern schuldig''.

 

Der Vergleich bei den patentabgelaufenen Medikamenten sowie den
Generika basiert auf den rund 230 umsatzstärksten Wirkstoffen. Die
Preise der patentabgelaufenen Originalprodukte waren in der Schweiz
analog zum Vorjahr nur 1% höher als der Durchschnitt der
Vergleichsländer. Bei den Generika hingegen ist die Preisdifferenz von
46% im Jahr 2013 auf 47% im Jahr 2014 weiter gestiegen. Sie kosten im
Durchschnitt der Vergleichsländer also nur rund halb so viel wie in der
Schweiz.

 

Interpharma, vips und santésuisse stimmen überein, dass die regulären
Preissenkungsrunden bei den patentgeschützten Produkten Wirkung
gezeigt haben und auch künftig zu Einsparungen führen werden. Gerade
auch aufgrund der jüngsten Währungsschwankungen ist es wichtig, dass
das neue Preisfindungssystem, welches frühestens im Juni in Kraft tritt,
eine tragfähige Lösung für die künftige Preisbildung und -überprüfung
darstellt. Dieses soll nebst dem Preis im Ausland insbesondere auch den
Nutzen der Medikamente berücksichtigen.

 

Bereits zum sechsten Mal haben der Krankenversicherungsverband
santésuisse und die Branchenverbände der Pharmaindustrie (Interpharma,
vips) gemeinsam einen Auslandpreisvergleich von Medikamenten
durchgeführt. Dabei wurden die Fabrikabgabepreise in der Schweiz vom
November 2014 mit denjenigen in Deutschland, Dänemark, den
Niederlanden, Grossbritannien, Frankreich und Österreich für
patentgeschützte und patentabgelaufene Medikamente sowie Generika
verglichen.

santésuisse Die Schweizer Krankenversicherer

17.02.2015 - dzu

 
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