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Sie sind hier: Symptome » Durst 28. März 2017
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Durst, Polydipsie

Definition

Durst schützt uns vor dem Austrocknen, kann aber auch das Zeichen einer Erkrankung sein

Durst kennt jeder von uns. Das Durstgefühl verstärkt sich, wenn wir ausgetrocknet sind. Unnormaler, permanenter Durst ohne körperliche Anstrengung und trotz normalen Trinkgewohnheiten kann Hinweis auf eine Erkrankung sein. Es kann zum Beispiel eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), eine Nierenkrankheit oder eine hormonelle Störung vorliegen.

Wie äussert sich das Symptom?

Durst ist ein Warnsignal unseres Körpers, um ihn vor dem Austrocknen (Dehydratation) zu schützen. Hat man jedoch ständig Durst, obwohl ausreichend getrunken wird, dann liegt ein krankhafter Durst (medizinisch Polydipsie) vor. Meist besteht gleichzeitig auch eine vermehrte Harnausscheidung, da man wegen dem Durst auch mehr trinkt.

Zeichen für eine "inneren Austrocknung" sind: Durst, Trockenheit der Haut und Schleimhäute, Trockenheitsgefühl im Mund und Rachen, Sprechstörungen, Benommenheit, Schläfrigkeit.

Begleitsymptome: Vermehrtes Wasserlassen, Zeichen der Austrocknung

Welche Krankheit kann dahinter stecken?

Durst kann verschiedenste Ursachen haben. Er kann als normale Reaktion bei starkem Schwitzen oder zu geringer Trinkmenge auftreten. Ein übermässiger Durst (mit häufigem Wasserlassen) kann aber auch ein Anzeichen für verschiedene Erkrankungen sein, allen voran die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Auch Störungen der Nieren, der Nebennieren, Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen können starken Durst auslösen.

Ursachen für Durst als normale Reaktion:

  • Starkes Schwitzen beim Sport oder anderen körperlichen Anstrengungen
  • Konsum salziger Speisen
  • Heisse Umgebungstemperatur
  • Unzureichende Trinkmenge

Erkrankungen, die mit vermehrtem Durst einhergehen:

  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) Typ 1 und Typ 2
  • Zustände, die mit Flüssigkeitsverlust einhergehen: Durchfall, Erbrechen, Fieber, Verbrennungen oder Blutverlust
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Wasserharnruhr (Diabetes insipidus): verminderte Fähigkeit der Nieren, den Harn zu konzentrieren mit folglich Wasserverlust über den Urin.
  • Nebenschilddrüsen-Überfunktion (Hyperparathyreoidismus)
  • Cushing Syndrom, Morbus Cushing
  • Nierenerkrankungen
  • Anämie (Blutarmut)
  • Elektrolytstörungen: Hyperkalzämie (Kalzium im Blut zu hoch) oder Hypokaliämie (zu niedriges Kalium im Blut zu niedrig)
  • Psychische Erkrankungen: Essstörungen (Anorexie, Bulimie), Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Nach übermässigem Alkoholkonsum ("Nachbrand")

Selbsthilfe

Generell ist auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. Als Richtwert gilt beim gesunden Erwachsenen 2-3 Liter täglich. Bei Kindern richtet sich die empfohlene Trinkmenge nach dem Alter. Kleinkinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet für eine Austrocknung. Insbesondere ältere Menschen haben ein vermindertes Durstgefühl und sollen daher reichlich trinken, auch wenn sie nicht durstig sind.

Bei leichtem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust eignen sich zur Rehydrierung gezuckerte Tees, Sportgetränke, Mineralwasser, Bouillon und Fruchtsäfte.

In schwereren Fällen empfiehlt sich der Ausgleich mit speziell vorgefertigten "Rehydratationslösungen" aus der Apotheke. Diese "Zucker-Salz-Lösung" kann auch selber hergestellt werden:

1 gestrichener Teelöffel Kochsalz

8 gestrichene Teelöffel Zucker

1/2 Liter Orangensaft

1/2 Liter gekochtes Wasser oder Mineralwasser.

Wann zum Arzt?

Wenn man ohne erklärbaren Grund ständig Durst hat, sollte man die Ursache von einem Arzt abklären lassen.

Welcher Arzt ist zuständig?

  • Hausarzt
  • Internist (Facharzt für Innere Medizin)
  • Endokrinologe (Facharzt für Stoffwechselerkrankungen)
  • Nephrologe (Facharzt für Nierenerkrankungen)


Abklärung beim Arzt

Um sich ein genaues Bild von den aktuellen Beschwerden und den möglichen Ursachen zu machen, erfolgt zuerst die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung mit einfachen Hilfsmitteln (Betrachten, Abtasten, Abhören, Abklopfen, Funktionsprüfungen, etc.). Ausgehend von der Anamnese und der körperlichen Untersuchung können weitere spezielle Untersuchungen folgen.

Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese)

  • Fragen zum Durst: seit wann, wie stark, hat er im Verlauf zugenommen, Trinkmenge pro Tag, Zusammenhang mit bestimmten Situationen, besteht auch vermehrtes Wasserlassen, Beschaffenheit des Urins, etc.
  • Begleitsymptome
  • Vor- und Begleiterkrankungen, inklusive Operationen
  • Bedeutsame Erkrankungen/Todesursachen in der Familie
  • Gewichtsverlauf
  • Ernährungs- und Trinkgewohnheiten (vor allem Kaffee, Alkohol)
  • Medikamenteneinnahme, vor allem entwässernde Medikamente (Diuretika)

Körperliche Untersuchung

Der Arzt achtet bei der Untersuchung vor allem auf Zeichen der Austrocknung ("Dehydratation"): trockene Schleimhäute, niedriger Blutdruck, eine Hautfalte die man durch "Zwicken" auf dem Handrücken aufstellt, verschwindet nur langsam.

Weitere Diagnostik/spezielle Untersuchungen

  • Blutuntersuchungen: Blutzucker, Elektrolyte, Organspezifische Werte (Leber, Nieren, Schilddrüse, etc.)
  • Urinuntersuchung(Urinkonzentration, Urinmenge)
  • Durstversuch zur Diagnose einer Wasserharnruhr (Diabetes insipidus)
  • Bildgebende Verfahren, z.B. Magnetresonanztomographie (MRT)

Mehr Informationen zur Abklärung (Diagnostik) finden Sie in den jeweiligen Krankheitsbildern

Ärztliche Behandlung

Zunächst muss der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgeglichen werden. In schweren Fällen mit Austrocknung sind oft Infusionen im Krankenhaus notwendig.

Die weitere Behandlung des krankhaften Durstes richtet sich nach der Ursache. Beispiele dafür sind:

  • Bei einer Zuckerkrankheit verschwindet der Durst wieder, wenn der Blutzucker durch eine entsprechende Therapie wieder normalisiert wurde.
  • Beim Diabetes insipidus (Harnwasserruhr) kann das fehlende Hormon ADH (=Antidiuretisches Hormon) durch Medikamente ersetzt werden.
  • Bei Durst als Nebenwirkung einer Medikamenteneinnahme kann der Arzt die Dosierung anpassen oder auf ein anderes Medikament umstellen.
  • Bei psychischer Ursache können Psycho- und Verhaltenstherapien helfen.

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